Selbstkritik und Umbruch-Stimmung bei der CDU Trebur

Selbstkritik und Umbruch-Stimmung bei der CDU Trebur

„Natürlich sind wir über das Ergebnis der Bürgermeisterwahl maßlos enttäuscht“ ist sich der CDU Fraktionsvorsitzende Ralf Nordmann uneingeschränkt einig mit dem CDU-Kandidaten und -Gemeindeverbandsvorsitzenden Constantin Mussel, der beipflichtet und anmerkt: „Die 20,8 % haben mir richtig weh getan“. Nordmann: „Zunächst aber gelten unsere Glückwünsche dem Wahlsieger Jochen Engel! Wir wünschen ihm für sein künftiges Amt ganz besonders viel Kraft und Ausdauer sowie Weitblick. Aufgrund der harten Treburer Herausforderungen wird er davon ganz sicher eine extra große Portion gut gebrauchen können. Wir werden uns guten Ideen nicht verschließen, aber gleichzeitig kritische Wegbegleiter sein, die genau hinsehen werden, in welche Richtung sich unsere Gemeinde entwickeln wird. Jochen Engel und die FW müssen jetzt liefern.“

Für die CDU Trebur selbst ist es zunächst einmal wichtig, sehr selbstkritisch das eigene Ergebnis zu analysieren. „Uns ist es ganz offenbar nicht gelungen, die kommunalpolitischen Erfolge unserer Arbeit in den letzten Jahren und die damit auch verbundenen hohen Verdienste von Constantin Mussel in der Bevölkerung klar sichtbar zu machen„ so Nordmann. „Wahrgenommen und fälschlicherweise uns allein zugeordnet wurden überwiegend unpopuläre Maßnahmen sowie Versäumnisse und Ärgernisse mit der Rathaus-Verwaltung“ Hier hat die CDU Trebur zu viel auf die inhaltliche und offene Diskussion der teils brisanten Sachthemen gesetzt, während die beiden Mitbewerber dieses Konfliktpotential überwiegend geschickt umschifft haben. Emotionen und Stimmungen haben deshalb gerade in den letzten Wochen vor der Wahl das Wahrnehmungs- und Meinungsbild vieler Wähler dominiert.

Die Bedeutung der sozialen Medien speziell bei dieser Wahl, insbesondere Facebook und das dortige FW-Forum „Treburer Allerlei“ haben wir massiv unterschätzt. Schon die 8% höhere Wahlbeteiligung dürfte vorrangig auf dieses Medium zurückzuführen sein. Die CDU wird daher unter anderem ihre Kommunikationswege ändern müssen.

All das hat uns summa summarum sehr deutlich vor Augen geführt, dass es ein „weiter so“ bei der CDU Trebur nicht geben kann und darf: Wir haben verstanden. Denn nach der Wahl ist vor der Wahl, das heißt im Hinblick auf die schon in zwei Jahren bevorstehenden Kommunalwahlen müssen und werden wir Veränderungen vornehmen. Wie und was und in welchem Umfang werden wir in den nächsten Wochen gut durchdacht herausarbeiten.

„Eines ist aber schon jetzt klar“ so Constantin Mussel „mein breiter langjähriger und äußerst intensiver Einsatz ist nicht angemessen anerkannt und gewürdigt worden. Ich werde deshalb im Rahmen unserer Veränderungs-Überlegungen mein politisches Engagement grundlegend überdenken und sicherlich auch andere Schwerpunkte setzen müssen. Nach engagierten zehn Jahren ist aber auch klar, dass ich dies nur schweren Herzens tue.“

Ralf Nordmann, Fraktionsvorsitzender
Constantin Mussel, Vorsitzender CDU Trebur

« Soll Astheim Wachsen? Überreichung der Spende an die Jugendfeuerwehr Astheim »